| Galvanikbindung
Aufbau des Schleifbelages
Galvanisch gebundene Diamant- und CBN-Werkzeuge sind durch eine einschichtige Kornbelegung auf einem Metallgrundkörper gekennzeichnet. Die einzelnen Diamant- oder CBN-Kristalle werden durch eine Nickelschicht gebunden, deren Dicke in etwa dem halben Korndurchmesser entspricht. Die Kristalle werden hierdurch sicher gehalten, ragen jedoch weit aus der Bindung heraus, so dass sich ein sehr offenes Werkzeug mit außergewöhnlich großen Spanräumen ergibt.Das Profil galvanisch belegter Werkzeuge ergibt sich, da nur eine einzelne Kornschicht vorhanden ist, aus dem Profil des Grundkörpers. Es ist daher auch verständlich, dass galvanisch belegte Werkzeuge nicht abgerichtet werden können.
Vorteile
Galvanisch belegte Werkzeuge sind sehr schnittfreudig. Es können nahezu beliebige Grundkörpergeometrien belegt werden, so dass sich diese Werkzeuggruppe durch eine unübertroffene Flexibilität hinsichtlich der möglichen Werkzeugformen auszeichnet. Galvanisch belegte Werkzeuge sind aufgrund ihrer einschichtigen Belegung vergleichsweise preisgünstig.
Anwendungsbereiche
Durch die Wahl der Korngröße lassen sich die Eigenschaften galvanisch belegter Werkzeuge in einem weiten Bereich variieren. Während sich grobkörnige Werkzeuge insbesondere für weiche Materialien, wie z.B. glasfaserverstärkte Kunststoffe, bewährt haben, erfordert die Bearbeitung harter Werkstoffe deutlich feinere Körnungen.Die galvanisch erzeugte Nickelschicht ist äußerst hart und verschleißfest. Die daraus resultierende sehr feste Einbindung der Diamant- und CBN-Körner erlaubt es, nach diesem Herstellungsprinzip nicht nur Schleifwerkzeuge, sondern auch Feilen zu fertigen. Diamant-Feilen finden auf gehärteten Stählen und Hartmetall Anwendung.
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Kunstharzbindung
Aufbau des Schleifbelages
Der Schleifbelag kunstharzgebundener Diamant- und CBN-Schleifscheiben besteht aus den Komponenten
■ Schleifkorn
■ Bindung
■ Füllstoff.
Die Bindung ist dicht verpresst, d.h. sie hat keine Poren (siehe Skizze).
Vorteile
Kunstharzgebundene Diamant- und CBN-Werkzeuge sind durch eine vergleichsweise geringe Bindungshärte gekennzeichnet. Das führt zu folgenden Einsatzvorteilen:
■ sehr hohe Abtragsleistungen
■ kurze Schleifzeiten
■ geringe Wärmeentwicklung,
d.h. „kühler Schliff”.
Anwendungsbereiche
Kunstharzgebundene Diamant- und CBN-Schleifwerkzeuge haben sich besonders rasch beim Werkzeugschleifen (Trocken- und Nassschliff) durchgesetzt. Die hier zu bearbeitenden Schneidstoffe Hartmetall (mit Diamant) bzw. Schnellarbeitsstahl oder Werkzeugstahl (mit CBN) erfordern ein äußerst verschleißfestes Schleifkorn, das nur wenig Wärme erzeugt. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Produktionsschleifprozessen, in denen sich kunstharzgebundene Diamant- und CBN-Schleifscheiben hervorragend bewährt haben.
Trocken- oder Nassschliff
Je nach Auslegung der Kunstharzbindung kann mit diesen Werkzeugen entwedertrocken oder nass geschliffen werden. Bitte bei Bestellungen angeben. Technologisch ist der Nassschleifprozess dem Trockenschleifprozess oftmals überlegen. Das gilt sowohl für die Standzeit als auch für die Zerspanungsleistung. Gekühlt wird mit einer Emulsion oder mit reinem Öl, wobei die Kühlung mit reinem Öl die Standzeit der Werkzeuge noch einmal erheblich steigert.
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Keramikbindung
Aufbau des Schleifbelages
Ein wesentliches Kennzeichen der Keramikbindung ist die poröse Belagstruktur (siehe Skizze), da die Keramikbindung als einziger Bindungstyp mit Poren gefertigt werden kann. Die Elemente des Schleifbelages sind demnach
■ Schleifkorn
■ Bindung
■ Poren.
Vorteile
Die Porenräume in der Keramikbindung erleichtern beim Schleifprozess den Spänetransport und die Kühlmittelzufuhr. Dieser Aspekt ist insbesondere dann sehr bedeutungsvoll, wenn - wie beim Innenschleifen - ungünstige Kontaktverhältnisse, d.h. große Kontaktflächen zwischen Schleifscheibe und Werkstück vorliegen, wodurch der Kühlmitteltransport und die Spanabfuhr z.T. erheblich erschwert werden.Darüber hinaus können keramisch gebundene CBN-Werkzeuge ähnlich gut wie konventionelle Korund- oder SiC-Schleifwerkzeuge abgerichtet werden. Das Schärfen (Öffnen) der Werkzeuge, das bei kunstharzgebundenen Werkzeugen oftmals erforderlich ist, entfällt.Die Bindungsstruktur der Keramikbindung (Bindungshärte, Porenraumvolumen) kann sehr feinfühlig und exakt den Erfordernissen des Schleifprozesses angepasst werden.
Anwendungsbereiche
Keramisch gebundene CBN-Schleifkörper werden sehr erfolgreich für das Innenschleifen von Stählen eingesetzt (große Kontaktflächen). Es gibt jedoch zahlreiche andere Produktionsschleifprozesse (z.B. Entgraten der Bohrungen von Einspritzdüsen), für die sich keramisch gebundene Werkzeuge hervorragend eignen.
Trocken- oder Nassschliff
Keramisch gebundene Werkstoffe werden grundsätzlich im Nassschliff eingesetzt, wobei der Einsatz von Öl die Standzeit erheblich steigert.
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